Historie

Ab dem 16 Jahrhundert bis zum Jahre 1912 existierte in der durch die wittelsbachischen Herrscher bis 1724 schrittweise zur heute noch bestehenden großartigen barocken Schlossanlage ausgebauten wittelsbachischen Schwaige Schleißheim eine Brauerei, deren Erzeugnisse weit über die Gemarkung Schleißheims hinaus bekannt waren.

Herzog Wilhelm V., auch genannt „der Fromme“, hatte die damalige Schwaige Schleißheim ( eine Schwaige war ein sehr großer Gutshof ) erworben und baute sie zu einem landwirtschaftlichen Mustergut aus, von dem auch „moderne“ Methoden des Ackerbaus und vor allem der Viehzucht gelehrt werden sollten. Vom Bischof von Parma hatte er das Originalrezept für Parmesan geschenkt bekommen, der fortan in Schleißheim , mit großem Erfolg produziert wurde.  Im Jahre 1598 befahl Wilhelm V . in der Schleißheimer Schwaige,  eine Brauerei mit angeschlossener Branntweinbrennerei einzurichten.

Zuerst als herzogliches und später als kurfürstliches und dann königliches Brauhaus bezeichnet firmierte der Betrieb ab dem Jahre 1840 – nach Übergang des Schlossgutes, ans kgl. bayerische Kriegsministerium – als „kgl. Remonte-Depot-Brauerei Schleißheim“ ( im „Remonte -Depot“, als welches die Gutsanlage um den Wilhelmshof fortan bezeichnet wurde, züchtete man Pferde für Kriegseinsätze und machte sie „schussfest“). Das Wort „Remonte“ stammt aus dem Französischen und steht ( direkt übersetzt: „Ersatzpferd“ ) für „junges Pferd“ !

Diese Brauerei entwickelte sich fortan zu einem der modernsten Brauereibetriebe im Königreich Bayern. Schon kurz nach Eröffnung der Eisenbahnstrecke München -Landshut, wurde durch die private „Kgl. privilegierte Bayerische Ostbahngesellschaft“, ein Anschlussgleis vom Bahnhof Schleißheim, zur Brauerei in den Wilhelmshof verlegt, für das sogar eine eigene Drehscheibe errichtet werden musste ( unbestätigt ist die Überlieferung, dass dafür extra eine Kommission aus Schleißheim mit einem Faß Bier zum damaligen „Eisenbahnmogul” Henry Strousberg nach Berlin fahren musste um ihn von diesem Vorhaben  persönlich zu überzeugen….!).

Man war nun – als erste Brauerei in Bayern überhaupt- in der Lage Schleißheimer Bier auf der Schiene zu versenden und Rohstoffe zu beziehen, damals ein schier unbezahlbarer Marktvorteil ! Auch hatte , die im Volksmund nur kurz als „ Remonte-Bräu“ bezeichnete Brauerei, schon vor den Münchner Brauereien , eine eigene ( dampfbetriebene !) Kühlmaschine….! Die Investitionsfreude des bayr. Kriegsministeriums machte es möglich !

Als allerdings im Jahre 1912, größere Investitionen in die Baulichkeiten im Wilhelmshof anstanden, verkaufte man die Brauerei, – trotz ( oder gerade wegen ?) eines hervorragendem Wirtschaftsergebnisses-, an die  Hackerbrauerei aus München, die den Braubetrieb jedoch umgehend einstellte und die,- heute noch als Ruine vorhandenen Gebäude im Wilhelmshof-, bis Ende der 1920 er Jahre des 20. Jhd. , noch als Lager für ihre eigenen Produkte verwendete, mit denen man fortan die Schlosswirtschaft und die Schleißheimer Gasthäuser belieferte.

Einzig der ursprünglich an die Brauerei angeschlossene Brennereibetrieb , samt Brennrecht, verblieb beim Staat, und wir heute ( wieder) als „ Schleißheimer Schlossbrände“ von der Schlösserverwaltung selbst betrieben.

Bezeichnend für die damalige Qualität des Schleißheimer Bieres ist , dass der letzte Schleißheimer Braumeister, fortan 1. Braumeister bei Hacker in München wurde !

Eine Jahrhunderte alte Brautradition, die immer zu Schleißheim und zur Schlossanlage gehört hatte, war zu Ende gegangen……. !

Nach über 100 Jahren Pause, werden wir das nun wieder ändern und knüpfen an diese Historie an!