Trotz rückläufigem Bierabsatz: Remonte Bräu gelingt die operative Trendwende

Trotz rückläufigem Bierabsatz: Remonte Bräu gelingt die operative Trendwende

Generalversammlung der Schleißheimer Sinn- und Mitmachbrauerei setzt auf Ehrenamt, Gemeinschaft und Zuversicht für die Zukunft.

Zahlreiche Besucher, gute Gespräche und ein klarer Blick nach vorne: Bei der Generalversammlung der Remonte Bräu Schleißheim eG am 17. Juni im Bürgerhaus Oberschleißheim blickten Vorstand, Aufsichtsrat und Mitglieder gemeinsam auf das vergangene Jahr zurück.

Die Verantwortlichen machten dabei deutlich, dass die Rahmenbedingungen für kleine und regionale Brauereien weiterhin anspruchsvoll bleiben. Der Biermarkt verändert sich, der Konsum geht zurück und die Gewinnung ehrenamtlicher Unterstützer wird zunehmend schwieriger. Dennoch konnte die Remonte Bräu auch 2025 wieder zahlreiche Projekte, Veranstaltungen und Aktivitäten erfolgreich umsetzen und ihre Rolle als feste Größe im gesellschaftlichen Leben Oberschleißheims weiter festigen.

Besonders erfreulich: Der Genossenschaft gelang 2025 im laufenden Geschäftsbetrieb die Rückkehr in die Gewinnzone. Trotz eines erneut rückläufigen Bierabsatzes und sinkender Umsätze konnte erstmals seit mehreren Jahren wieder ein positives operatives Ergebnis erzielt werden. Vereinfacht gesagt wurde im Geschäftsjahr mehr erwirtschaftet als ausgegeben. Dies gelang durch konsequente Kostendisziplin, effizientere Abläufe und das enorme ehrenamtliche Engagement der Mitglieder.

Vorstandsvorsitzender Thomas Haselbeck betonte: „Dass wir trotz sinkender Absatzmengen und Umsätze operativ wieder schwarze Zahlen schreiben, ist für uns die wichtigste Botschaft des Jahres. Das zeigt, dass unsere Genossenschaft wirtschaftlich gesund arbeitet und wir auch unter schwierigen Marktbedingungen handlungsfähig bleiben.“

Im Jahresabschluss wird dennoch ein Fehlbetrag ausgewiesen. Dieser ist vor allem auf Abschreibungen aus den Investitionen der Gründungsjahre zurückzuführen. Diese buchhalterischen Aufwendungen belasten zwar das Jahresergebnis, führen aber nicht zu einem tatsächlichen Geldabfluss im aktuellen Geschäftsjahr.

Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Preißer ordnete dies ein: „Natürlich wünschen wir uns wieder steigende Absätze. Umso wichtiger ist aber die Erkenntnis, dass die Genossenschaft selbst in einem schwierigen Marktumfeld wirtschaftlich stabil arbeiten kann. Das positive operative Ergebnis ist deshalb ein starkes Signal für die Zukunft.“

Ob als Festbier beim Oberschleißheimer Volksfest, bei der Maifeier, auf Vereinsfesten, beim eigenen Brauereifest oder den monatlichen Stammtischen – die Remonte Bräu war auch im vergangenen Jahr ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Oberschleißheim. Dabei wurde einmal mehr deutlich: Remonte Bräu ist weit mehr als nur Bier. Die Genossenschaft versteht sich als Sinn- und Mitmachbrauerei, die Menschen zusammenbringt, Gemeinschaft fördert und regionale Identität erlebbar macht.

Vorstand Marco Tarantino hob insbesondere die gesellschaftliche Bedeutung der Genossenschaft hervor: „Unsere schönsten Erfolge lassen sich nicht in Litern oder Euro messen. Sie zeigen sich dort, wo Menschen zusammenkommen, gemeinsam feiern, sich engagieren und ihre Heimat aktiv mitgestalten. Genau dafür steht Remonte Bräu.“

Ein zentrales Thema der Generalversammlung war die Bedeutung des Ehrenamts. Seit der Gründung wird die Genossenschaft ausschließlich durch freiwilliges Engagement getragen. Vom Ausschank über Veranstaltungen und Logistik bis hin zu Vertrieb, Kommunikation und Verwaltung investieren zahlreiche Mitglieder ihre Zeit und ihr Herzblut für das gemeinsame Projekt.

„Remonte Bräu gehört ihren Mitgliedern und lebt von Menschen, die bereit sind, mit anzupacken. Wer Ideen hat oder sich einbringen möchte, ist jederzeit herzlich willkommen. Jede Stunde ehrenamtlicher Arbeit hilft uns, die Zukunft unserer Brauerei aktiv zu gestalten“, appellierten Haselbeck und Tarantino an die Mitglieder.

Auch Andreas Preißer würdigte den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen: „Was hier seit Jahren geleistet wird, ist alles andere als selbstverständlich. Ohne das Engagement unserer aktiven Mitglieder gäbe es keine Remonte Bräu. Dafür gebührt allen Beteiligten großer Dank und Anerkennung.“

Ein besonderer Dank galt zudem Braumeister Florian Trost, der zum Jahresende 2025 nach vielen Jahren aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Als Gründungsmitglied, Braumeister und Vorstand hat er die Entwicklung der Remonte Bräu von Beginn an entscheidend mitgeprägt.

Auch künftig bleibt Florian Trost der Remonte Bräu als Braumeister eng verbunden und wird die Entwicklung neuer Biere und Produkte weiterhin aktiv begleiten.

Die Mitglieder dankten Vorstand und Aufsichtsrat für ihre Arbeit und bestätigten sämtliche Beschlüsse einstimmig. Auch Aufsichtsrat Alexander Fichtl wurde für eine weitere Amtszeit wiedergewählt.

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war der kurzweilige Abschluss durch Ortschronist Otto Bürger. Mit viel Humor, historischem Wissen und zahlreichen Geschichten nahm er die Anwesenden mit auf eine Reise durch die Geschichte des Bierbrauens in Schleißheim. Von der historischen Remonte-Depot-Brauerei bis zur heutigen Remonte Bräu spannte er einen Bogen über mehr als ein Jahrhundert Brautradition und zeigte eindrucksvoll, wie tief das Bierbrauen in Schleißheim verwurzelt ist.

Mit Zuversicht blickt die Remonte Bräu nun auf die kommenden Jahre. Die Herausforderungen sind bekannt, doch die Generalversammlung machte deutlich: Solange Menschen bereit sind, sich ehrenamtlich einzubringen und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, hat die Schleißheimer Sinn- und Mitmachbrauerei eine starke Zukunft.

Denn eines wurde an diesem Abend besonders spürbar: Remonte Bräu ist nicht nur eine Brauerei – Remonte Bräu ist eine Gemeinschaft, die ihre Heimat aktiv mitgestaltet.

Auf dem Gruppenbild von links nach rechts:

Der wiedergewählte Aufsichtsrat Alexander Fichtl, die Aufsichtsräte Alexander Bauer und Stephan Sedlmayer, Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Preißer, Vorstandsvorsitzender Thomas Haselbeck, Vorstand Marco Tarantino und Braumeister Florian Trost